War­um heißt die Erinnerungs­schneiderei “Glo­ria & Apol­lo”?

Vie­le von Euch fra­gen sich, wie ich denn auf den Namen „Glo­ria & Apol­lo“ gekom­men bin…dieses Geheim­nis will ich heu­te lüf­ten. Erinnerungs­schneiderei, das Wort allei­ne reich­te mir nicht für mein Start-Up, da fehl­te in mei­nen Augen noch etwas. Aber Ihr könnt Euch sicher vor­stel­len, dass es gar nicht ein­fach ist einen sprit­zi­gen, kna­cki­gen Namen zu fin­den, der es auf den Punkt bringt und den es vor allen Din­gen auch noch nicht gibt. Eine Namen, der sich einprägt…hmmm… Gan­ze Sei­ten habe ich mit Fan­ta­sie­na­men voll­ge­schrie­ben und viel mit Ver­wand­ten und Freun­den dis­ku­tiert – lei­der ohne Erfolg… Mona­te­lang dau­er­te die­se Fin­dungs­pha­se – war echt schwie­rig. Aber da gibt es einen inne­ren Mecha­nis­mus, auf den man ruhig mal ver­trau­en darf, näm­li­ch unser Unter­be­wusst­sein. Ohne es rich­tig zu mer­ken, beschäf­tigt sich unser Unter­be­wusst­sein näm­li­ch (manch­mal mehr als einem lieb ist…) mit den aktu­el­len Pro­ble­men und der der­zei­ti­gen Lage, in der wir uns gera­de befin­den und lässt dann, bei pas­sen­der Gele­gen­heit, Erin­ne­run­gen auf­plop­pen (hoch­kom­men), die uns wei­ter­brin­gen. Dies pas­sier­te mir! Zufäl­lig fiel mir das Kin­der­buch ‚Die klei­ne Rau­pe Nim­mer­satt‘ in die Hän­de. Anstatt es weg­zu­le­gen, starr­te ich dar­auf. Und plötz­li­ch war er da, der Gedan­ken­im­puls, auf den ich so lan­ge gewar­tet hat­te: Rau­pen und Schmet­ter­ling!! Das ist die Lösung!

Mein Vor­ha­ben ist nichts ande­res, es ist eben­so eine Art Trans­for­ma­ti­on. Die Klei­dung bekommt eine neue Form für ein neu­es Leben, gen­au wie die Rau­pe und der Schmet­ter­ling. Aus einem Klei­dungs­stück wird eine Decke, ein Kis­sen oder eine von mir ent­wor­fe­ne Pup­pe — bunt wie ein Schmet­ter­ling. Mit einem Schmet­ter­ling ver­bin­det man nur Schö­nes, er ist far­big, wie die Stof­fe, er ist leicht, laut­los und kann flie­gen, wie die Gedan­ken. Er ist nur posi­tiv behaf­tet und jedes Kind kennt ihn. Dazu müss­te mir doch ein Name ein­fal­len… Schnell, bevor ich die Idee ver­ges­sen konn­te, saß ich vor dem PC und durch­stö­ber­te Goo­gle-Über­set­zer nach dem Wort „Schmet­ter­ling“. Alle Spra­chen ging ich durch, alle, die ich lesen konn­te und kam auch zu Latein, der ver­hass­ten Fremd­spra­che mei­ner Jungs. Mir stock­te der Atem, da stand GLO­RIA!

Glo­ria, Gloria…toll, dach­te ich! Der Name Glo­ria hat für mich etwas mit „Hal­le­lu­ja“ zu tun, mit Him­mel und Über­sinn­li­chem. Das passt, schö­ner kann ein Schmet­ter­ling nicht klin­gen, dach­te ich. Der Name für die Mäd­chen­pup­pe war gefun­den, nun fehl­te noch ein Name für eine Jun­gen­pup­pe… Wei­ter ging die Suche im World­Wild­Web. Ich wei­te­te sie auf Schmet­ter­lings­ar­ten aus und wur­de fün­dig: APOL­LO! Apol­lo, das ist ein hei­mi­scher wei­ßer Schmet­ter­ling mit blau­en, roten und schwar­zen Krin­geln, wun­der­schön! Außer­dem war Apol­lo der grie­chi­sche Gott der Son­ne, des Lichts, der Musik und der Pro­phe­zei­ung und nicht zuletzt die Rake­te, die zum ers­ten und bis­lang ein­zi­gen Mal Men­schen auf den Mond brach­te. Ihr seht, auch die­ser Name hat etwas Über­sinn­li­ches, passt gut und kling zusam­men mit Glo­ria sehr schön.

Glo­ria und Apol­lo, die Schmetter­lingspuppen!

Mei­ne Gedan­ken über­schlu­gen sich, plötz­li­ch wuss­te ich, wie das Allein­stel­lungs­merk­mal (von dem alle Grün­dungs­ex­per­ten spre­chen und sagen, dass es unver­zicht­bar sei) der Pup­pen aus­zu­se­hen hat­te, ich war im Flow: Die Schmetter­lingspuppen soll­ten Schmet­ter­lings­flü­gel bekom­men! Ein geflü­gel­tes Wesen, wie himm­li­sch! Die Asso­zia­ti­on zu einem Engel liegt nahe. Die­ser posi­ti­ve Effekt wer­tet die Figu­ren zusätz­li­ch auf und ver­leiht ihnen etwas Zau­ber­haf­tes. Zeit­gleich fie­len mir noch wei­te­rer Aspek­te ein, die die Pup­pen zu etwas ganz Beson­de­rem machen wür­den.
In Mexi­ko zum Bei­spiel, glaubt man, dass Schmet­ter­lin­ge die See­le der Toten sind, die zur Welt zurück­keh­ren. Auch in unse­ren Brei­ten sehen vie­le Trau­ern­de, in einem Tier/Vogel/Insekt einen Bot­schaf­ter oder die Ver­kör­pe­rung des Ver­stor­be­nen, auch ein Regen­bo­gen oder fal­len­de Blät­ter kön­nen die­se Wir­kung haben. Natür­li­ch las­sen sich sol­che Erfah­run­gen rasch ent­my­tho­lo­gi­sie­ren und ratio­nal erklä­ren. Doch das wäre viel­leicht zu ein­fach. Ich sel­ber mache die Erfah­rung mehr­mals in der Woche: Denn immer wenn ich einen Dom­pfaff höre, das ist der Sing­vo­gel mit der roten Brust und der schwar­zen Hau­be, den­ke ich auto­ma­ti­sch an mei­nen Vater. Es war sein Lieb­lings­vo­gel, der wäh­rend sei­ner Beer­di­gung stän­dig bei uns war und uns beglei­te­te.

In der nächs­ten Woche wer­de ich über die Bedeu­tung und Wir­kung von Erin­ne­rungs­stü­cken schrei­ben, lasst euch über­ra­schen.

Denkt dar­an, das Mot­to mei­ner Erinnerungs­schneiderei lau­tet: Ein Teil von dir, bleibt bei mir! So soll es sein, in die­sem Sin­ne — bis nächs­te Woche!