Wie fühlt es sich an — wie ist es — ein Erin­ne­rungs­stück zu erhal­ten?

Der schöns­te Moment für mich ist, wenn ich ein Erin­ne­rungs­stück per­sön­lich über­rei­chen darf. Wenn ich die­se Freu­de sehe, dabei bin, wie die Kun­den vor Emo­tio­nen gerührt sind, das macht mich stolz und auch ein biss­chen glück­lich. Die Tei­le wer­den gestrei­chelt, an sich gedrückt und sofort ins Herz geschlos­sen. In ihren Köp­fen sehen sie Bil­der, Erin­ne­run­gen an Per­so­nen und Ereig­nis­se aus der Ver­gan­gen­heit, die nun sofort wie­der prä­sent sind. Erin­ne­rungs­stü­cke haben sym­bo­li­sche Wir­kungs­kraft, jedes sei­ne ganz eige­ne. In der Phi­lo­so­phie ist ein Sym­bol ein Erken­nungs­zei­chen, eine ein­fa­che Form, aber reich und tief im Sinn. Im All­ge­mei­nen ver­seht man unter einem Sym­bol ein wahr­nehm­ba­res Zei­chen bzw. Sinn­bild, das stell­ver­tre­tend für etwas nicht Wahr­nehm­ba­res auch Gedach­tes steht. Das Sym­bol kann mit einer beson­de­ren Wahr­neh­mung einen tie­fe­ren Sinn aus­drü­cken oder andeu­ten, es gibt sie in allen Berei­chen unse­res Lebens und sie sind nicht mehr weg­zu­den­ken. Das Sym­bol eines ein­zig­ar­ti­gen Erin­ne­rungs­stü­ckes, gibt sei­ne Kraft an sei­nen Besit­zer ab. Die­se spürt nur der­je­ni­ge, oder die­je­ni­gen, die die Geschich­te des Erin­ne­rungs­stü­ckes ken­nen. Es ist etwas ganz Per­sön­li­ches. Durch die Stoff­lich­keit, kann man sozu­sa­gen die Gefüh­le be-grei­fen, anfas­sen, mit­neh­men.

Ute, die ich seit der 5. Klas­se ken­ne und mit der ich immer noch befreun­det bin, ist eine der ers­ten, der ich ein Erin­ne­rungs­stück genäht habe. Ihr ist Fol­gen­des wider­fah­ren und sie erzählt hier: „Mein Bru­der war erst 14 Jah­re alt und ich 15, als er als Bei­fah­rer auf dem Motor­rad eines Freun­des töd­lich ver­un­glück­te. Mir blie­ben von ihm ein klei­ner Ted­dy und ein ein­fa­ches rotes T-Shirt. Jedes mal, wenn ich mit mei­ner Fami­lie umzog — und das pas­sier­te wirk­lich häu­fig — hat­te ich Angst, dass das „schä­bi­ge“ alte T-Shirt ver­se­hent­lich in einem Alt­klei­der­sack ver­schwin­den könn­te und damit auch end­gül­tig die Mög­lich­keit, es an mich zu drü­cken, als wäre es mein gelieb­ter Bru­der. Heu­te, 30 Jah­re spä­ter, hal­te ich ein wun­der­schö­nes rotes Kis­sen in den Händen…genäht aus dem T-Shirt, dass ich über all die Jah­re wie einen Schatz gehü­tet hat­te.
 Für mich bedeu­tet die­ses Erin­ne­rungs­stück ein klei­nes Stück­chen Glück und dafür bin Gun­du­la von Her­zen dankbar.“Ute ver­schenk­te selbst ein Erinnerungs­kissen an ihre Schwie­ger­toch­ter und schrieb mir anschlie­ßend eine Nach­richt auf mein Han­dy. Ich kön­ne mir gar nicht vor­stel­len, was ich mit die­sem Kis­sen, genäht aus der Klei­dung des gelieb­ten Opas, aus­ge­löst hät­te. Die Schwie­ger­toch­ter hät­te sich sooo sehr gefreut, dass Utes Mann, der anwe­send war und eigent­lich eher skep­tisch, eine Gan­z­­kör­per-Gän­­se­haut bekom­men hat.

Eine ande­re Kun­din frag­te mich, als sie ihr Erin­ne­rungs­stück, eine Schmet­ter­lings­pup­pe, in Emp­fang genom­men hat­te und sich wie­der auf den Heim­weg machen woll­te: „Darf ich Sie ein­mal drü­cken?“ Das fand ich wirk­lich rüh­rend. Eigent­lich ging „drü­cken“ näm­lich gar nicht, denn es war ein deut­scher Tro­pen­tag, 29 Grad und 90% Luft­feuch­te. Aber die­se Berüh­rung tat uns bei­den gut. Ihr, weil sie ihre Gefüh­le kör­per­lich aus­drü­cken konn­te und mir, weil ich mit­be­kam, wie sehr sie sich freu­te.

Mei­ner Mut­ter näh­te ich nach über 20 Jah­ren ein Kis­sen aus den Sachen mei­nes Vaters, wel­che sie immer noch auf­ge­ho­ben hat­te. „Wenn ich das Kis­sen sehe, sehe ich Vati vor mir. Die­sen Pul­li und das Hemd trug er so ger­ne.“ Sie hat das Kis­sen auf der Couch lie­gen und „schont“ es, setzt sich also nicht acht­los dar­auf. Das ist so wie mit dem guten Geschirr im Schrank, sie nimmt es nur zu „beson­de­ren Anläs­sen“.

In dem Fern­seh­auf­tritt bei RTL- West von 2017 sieht man, wie ich Frau Crefeld eins von zwei Erinnerungs­kissen über­rei­che. Hier der Link zur Sen­dung:

http://www.rtl-west.de/beitrag/artikel/schneiderin-fuer-erinnerungen/

Erinnerungsstück, Gloria und Apollo, Handarbeit, Blog, Erinnerungskissen, Patchworkdecken.

 Frau Crefeld beschreibt es so: „Es ist mehr als nur ein Foto, eine Abbil­dung von jeman­dem. Ein Erin­ne­rungs­stück kann man anfas­sen, BE-rüh­­ren, BE-grei­­fen. Bei­de Kis­sen lie­gen auf mei­nem Bett. Abends strei­che ich dar­über und sage: „Gute Nacht, Mama.“ Und Frau P. schrieb mir nach dem Erhalt der Lebens­de­cke, die ich aus den Sachen ihres Vaters genäht hat­te: „Als ich das Paket öff­ne­te, war es als ob ein Stück Papa zurück­ge­kehrt wäre.“

Die ande­ren Kom­men­ta­re könnt ihr in der Rubrik Kun­den lesen, die ich mal wie­der auf den neus­ten Stand brin­gen müss­te…

Ein Teil von dir, bleibt bei mir!

So soll es sein, in die­sem Sin­ne!

 

 

 

 

Wel­che Bedeu­tung und Wir­kung kön­nen Erin­ne­rungs­stü­cke haben?

Ver­lie­ren wir einen gelieb­ten Men­schen, blei­ben vie­le Din­ge und Erin­ne­rungs­stü­cke zurück. Was macht man mit all den Sachen, die jeman­dem mal wich­tig waren, die er geliebt hat und täg­lich benutzt hat, ent­sorgt man die­se? Das Gefühl das dabei ent­steht etwas davon weg zu tun, wird jedes Mal als klei­ner Abschied emp­fun­den, es schmerzt unge­heu­er­lich. Wir kön­nen aber nicht alles behal­ten und die Tren­nung von die­sen Sachen ist ein schwie­ri­ger Pro­zess. Es gibt Men­schen, die brin­gen es gleich ‚hin­ter sich‘, ande­ren gelingt es erst nach einer gewis­sen Zeit, ande­ren erst nach Jah­ren oder auch über­haupt nicht. Für vie­le sind die­se Gegen­stän­de geeig­ne­te Objek­te zu glau­ben, den gelieb­ten Men­schen noch in der Nähe zu haben und ihn so regel­recht zu spü­ren. So hat­te der Onkel einer Freun­din bis zu sei­nem Tod immer die Haus­schu­he sei­ner gelieb­ten ver­stor­be­nen Frau im Flur ste­hen – so als wenn sie gleich wie­der das Haus betre­ten wür­de.

Roland Kach­ler schreibt dazu in sei­nem Buch: Mei­ne Trau­er wird dich fin­den: Gloria und Apollo, Erinnerungsstücke, Handarbeit, handgemacht, Patchworkdecken, Schmetterlingspuppen, Erinnerungskissen.Klei­dungs­stü­cke sind hier von beson­de­rer Bedeu­tung. Oft tra­gen sie noch den Geruch des Ver­stor­be­nen. Man­che Hin­ter­blie­be­ne bewah­ren sie lan­ge auf, ohne sie zu waschen. Immer wie­der drü­cken sie Klei­dungs­stü­cke an die Wan­gen, um an ihnen zu rie­chen und sie zu spü­ren. Über den Geruch wird die Nähe des Ver­stor­be­nen inten­siv wahr­ge­nom­men. Ein ein­zi­ges Objekt kann bei uns eine Flut von Erin­ne­run­gen aus­lö­sen. Erin­ne­run­gen an Men­schen, Orte, Situa­tio­nen oder gan­ze Lebens­pha­sen wer­den auf ein­mal wie­der leben­dig, die wie­der­um eine heil­sa­me Wir­kung in per­sön­li­chen Kri­sen und im Trau­er­pro­zess haben kön­nen. Eine Befra­gung von vie­len unter­schied­li­chen Men­schen, was sie mit­neh­men wür­den, wenn sie noch ein­mal in ihr bren­nen­des Haus gehen dürf­ten, ergab Fol­gen­des: Die Mehr­zahl wür­de sich für Erin­ne­rungs­stü­cke ent­schei­den, also phy­si­sche Mani­fes­ta­tio­nen von Erin­ne­run­gen, die einen hohen per­sön­li­chen Wert haben, aber der teu­re Tep­pich wür­de lie­gen blei­ben. Es ist also die per­sön­li­che Ver­bin­dung, die die­se Gegen­stän­de so kost­bar macht, sie sind uner­setz­bar!

So schreibt auch Robin Loh­mann in ihrem Buch: Was ges­tern war, hilft mir für mor­gen. Lebens­kom­pe­tenz durch Erin­ne­rung. : In dem Moment in dem eine Erin­ne­rung auf­tritt exis­tiert sie nicht mehr in der Ver­gan­gen­heit, son­dern wird Teil unse­res gegen­wär­ti­gen Erle­bens. Die Erin­ne­rung ist der Ort, an dem Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart auf­ein­an­der tref­fen. Wenn wir uns an etwas Schö­nes erin­nern, wird unse­re Gegen­wart berei­chert und sogar ver­wan­delt. Sich an die Erfah­run­gen erin­nern zu kön­nen ver­leiht dem Leben Sicher­heit und Sinn. Die Erin­ne­rung an eige­ne Stär­ken, Fähig­kei­ten und Kom­pe­ten­zen hilft uns bei der Bewäl­ti­gung unse­rer gegen­wär­ti­gen Auf­ga­ben und Her­aus­for­de­run­gen. Die­se Zei­len beschrei­ben für mich sehr ein­drucks­voll, war­um ich mich mit Begeis­te­rung und Moti­va­ti­on mei­ner Erinnerungs­schneiderei wid­me. So kann ich zum einen mei­ne krea­ti­ven Idee aus­le­ben und in die indi­vi­du­el­len Wün­sche mei­ner Kun­den ein­brin­gen. Zum ande­ren sind auch die­se Erkennt­nis­se und (Lebens)Erfahrungen mei­ne Trieb­fe­dern mich mit der The­ma­tik der „Erinnerungs“schneiderei so inten­siv zu beschäf­ti­gen.

Ich bin abso­lut von fol­gen­der Erkennt­nis über­zeugt: Auch wenn wir neu­es und unbe­kann­tes Ter­rain in unse­rem Leben betre­ten (müs­sen), kom­men uns Erin­ne­run­gen zu Hil­fe. In die­sen Zei­ten des Wan­dels flie­ßen Erin­ne­run­gen an frü­he­re Bege­ben­hei­ten in unser Bewusst­sein. Sie hel­fen dabei Kraft zu tan­ken für den beschwer­li­chen Weg, der vor einem liegt. Erin­ne­rungs­stü­cke sind der Schlüs­sel dazu.

In mei­nem nächs­ten Blog­bei­trag wer­de ich über Erfah­run­gen von Kun­den berich­ten, was sie zu den Erin­ne­rungs­stü­cken gesagt haben und wie das Emp­fin­den ist/war, als sie ihre per­sön­li­chen Erin­ne­rungs­stü­cke zum ers­ten Mal in ihren Hän­den hiel­ten.

Denkt dar­an, das Mot­to mei­ner Erinnerungs­schneiderei lau­tet:

Ein Teil von dir, bleibt bei mir!

 So soll es sein!

 

War­um heißt die Erinnerungs­schneiderei “Glo­ria & Apol­lo”?

Vie­le von Euch fra­gen sich, wie ich denn auf den Namen „Glo­ria & Apol­lo“ gekom­men bin…dieses Geheim­nis will ich heu­te lüf­ten. Erinnerungs­schneiderei, das Wort allei­ne reich­te mir nicht für mein Start-Up, da fehl­te in mei­nen Augen noch etwas. Aber Ihr könnt Euch sicher vor­stel­len, dass es gar nicht ein­fach ist einen sprit­zi­gen, kna­cki­gen Namen zu fin­den, der es auf den Punkt bringt und den es vor allen Din­gen auch noch nicht gibt. Eine Namen, der sich einprägt…hmmm… Gan­ze Sei­ten habe ich mit Fan­ta­sie­na­men voll­ge­schrie­ben und viel mit Ver­wand­ten und Freun­den dis­ku­tiert – lei­der ohne Erfolg… Mona­te­lang dau­er­te die­se Fin­dungs­pha­se – war echt schwie­rig. Aber da gibt es einen inne­ren Mecha­nis­mus, auf den man ruhig mal ver­trau­en darf, näm­lich unser Unter­be­wusst­sein. Ohne es rich­tig zu mer­ken, beschäf­tigt sich unser Unter­be­wusst­sein näm­lich (manch­mal mehr als einem lieb ist…) mit den aktu­el­len Pro­ble­men und der der­zei­ti­gen Lage, in der wir uns gera­de befin­den und lässt dann, bei pas­sen­der Gele­gen­heit, Erin­ne­run­gen auf­plop­pen (hoch­kom­men), die uns wei­ter­brin­gen. Dies pas­sier­te mir! Zufäl­lig fiel mir das Kin­der­buch ‚Die klei­ne Rau­pe Nim­mer­satt‘ in die Hän­de. Anstatt es weg­zu­le­gen, starr­te ich dar­auf. Und plötz­lich war er da, der Gedan­ken­im­puls, auf den ich so lan­ge gewar­tet hat­te: Rau­pen und Schmet­ter­ling!! Das ist die Lösung!

Mein Vor­ha­ben ist nichts ande­res, es ist eben­so eine Art Trans­for­ma­ti­on. Die Klei­dung bekommt eine neue Form für ein neu­es Leben, genau wie die Rau­pe und der Schmet­ter­ling. Aus einem Klei­dungs­stück wird eine Decke, ein Kis­sen oder eine von mir ent­wor­fe­ne Pup­pe — bunt wie ein Schmet­ter­ling. Mit einem Schmet­ter­ling ver­bin­det man nur Schö­nes, er ist far­big, wie die Stof­fe, er ist leicht, laut­los und kann flie­gen, wie die Gedan­ken. Er ist nur posi­tiv behaf­tet und jedes Kind kennt ihn. Dazu müss­te mir doch ein Name ein­fal­len… Schnell, bevor ich die Idee ver­ges­sen konn­te, saß ich vor dem PC und durch­stö­ber­te Goog­le-Über­set­zer nach dem Wort „Schmet­ter­ling“. Alle Spra­chen ging ich durch, alle, die ich lesen konn­te und kam auch zu Latein, der ver­hass­ten Fremd­spra­che mei­ner Jungs. Mir stock­te der Atem, da stand GLO­RIA!

Glo­ria, Gloria…toll, dach­te ich! Der Name Glo­ria hat für mich etwas mit „Hal­le­lu­ja“ zu tun, mit Him­mel und Über­sinn­li­chem. Das passt, schö­ner kann ein Schmet­ter­ling nicht klin­gen, dach­te ich. Der Name für die Mäd­chen­pup­pe war gefun­den, nun fehl­te noch ein Name für eine Jun­gen­pup­pe… Wei­ter ging die Suche im World­Wild­Web. Ich wei­te­te sie auf Schmet­ter­lings­ar­ten aus und wur­de fün­dig: APOL­LO! Apol­lo, das ist ein hei­mi­scher wei­ßer Schmet­ter­ling mit blau­en, roten und schwar­zen Krin­geln, wun­der­schön! Außer­dem war Apol­lo der grie­chi­sche Gott der Son­ne, des Lichts, der Musik und der Pro­phe­zei­ung und nicht zuletzt die Rake­te, die zum ers­ten und bis­lang ein­zi­gen Mal Men­schen auf den Mond brach­te. Ihr seht, auch die­ser Name hat etwas Über­sinn­li­ches, passt gut und kling zusam­men mit Glo­ria sehr schön.

Glo­ria und Apol­lo, die Schmetter­lingspuppen!

Mei­ne Gedan­ken über­schlu­gen sich, plötz­lich wuss­te ich, wie das Allein­stel­lungs­merk­mal (von dem alle Grün­dungs­ex­per­ten spre­chen und sagen, dass es unver­zicht­bar sei) der Pup­pen aus­zu­se­hen hat­te, ich war im Flow: Die Schmetter­lingspuppen soll­ten Schmet­ter­lings­flü­gel bekom­men! Ein geflü­gel­tes Wesen, wie himm­lisch! Die Asso­zia­ti­on zu einem Engel liegt nahe. Die­ser posi­ti­ve Effekt wer­tet die Figu­ren zusätz­lich auf und ver­leiht ihnen etwas Zau­ber­haf­tes. Zeit­gleich fie­len mir noch wei­te­rer Aspek­te ein, die die Pup­pen zu etwas ganz Beson­de­rem machen wür­den.
In Mexi­ko zum Bei­spiel, glaubt man, dass Schmet­ter­lin­ge die See­le der Toten sind, die zur Welt zurück­keh­ren. Auch in unse­ren Brei­ten sehen vie­le Trau­ern­de, in einem Tier/Vogel/Insekt einen Bot­schaf­ter oder die Ver­kör­pe­rung des Ver­stor­be­nen, auch ein Regen­bo­gen oder fal­len­de Blät­ter kön­nen die­se Wir­kung haben. Natür­lich las­sen sich sol­che Erfah­run­gen rasch ent­my­tho­lo­gi­sie­ren und ratio­nal erklä­ren. Doch das wäre viel­leicht zu ein­fach. Ich sel­ber mache die Erfah­rung mehr­mals in der Woche: Denn immer wenn ich einen Dom­pfaff höre, das ist der Sing­vo­gel mit der roten Brust und der schwar­zen Hau­be, den­ke ich auto­ma­tisch an mei­nen Vater. Es war sein Lieb­lings­vo­gel, der wäh­rend sei­ner Beer­di­gung stän­dig bei uns war und uns beglei­te­te.

In der nächs­ten Woche wer­de ich über die Bedeu­tung und Wir­kung von Erin­ne­rungs­stü­cken schrei­ben, lasst euch über­ra­schen.

Denkt dar­an, das Mot­to mei­ner Erinnerungs­schneiderei lau­tet: Ein Teil von dir, bleibt bei mir! So soll es sein, in die­sem Sin­ne — bis nächs­te Woche!

7 Fra­gen an Gun­du­la Bren­trup, die Erin­ne­rungs­schnei­de­rin

Gundula Brentrup, Erinnerungsschneiderin, Erinnerungskissen, Patchworkdecken, Handarbeit.

  1. Was ist die Glo­ria & Apol­lo Erinnerungs­schneiderei über­haupt?

Die Glo­ria & Apol­lo Erinnerungs­schneiderei ist eine ganz beson­de­re Schnei­de­rei, die Beto­nung liegt auf ERIN­NE­RUNG, nicht zu ver­wech­seln mit der Ände­rungs­schnei­de­rei! In mei­ner Erinnerungs­schneiderei ver­ar­bei­te ich getra­ge­ne Klei­dungs­stü­cke von Lieb­lings­men­schen, gebe ihnen eine ande­re Form und somit eine neue Auf­ga­be. Der klei­ne, oder auch grö­ße­re Sta­pel Klei­dung, erfährt eine Trans­for­ma­ti­on. Er wird lie­be­voll von Hand in einen ande­ren Gegen­stand ver­wan­delt und kann in ein ande­res Leben inte­griert wer­den.  Zum Bei­spiel wird aus dem Lieb­lings­pul­li ein Kis­sen, aus dem Hemd, dem T-Shirt, dem Man­tel, der Hose — selbst aus Kra­wat­ten — ent­steht eine Lebens­de­cke oder eine Schmet­ter­lings­fi­gur, was immer ihr wollt.

  1. Wer steckt hin­ter der Glo­ria & Apol­lo Erinnerungs­schneiderei?

Mein Name ist Gun­du­la Bren­trup, ich bin Bau­jahr 1966, ver­hei­ra­tet und habe 3 Söh­ne. Auf­ge­wach­sen bin ich in Dort­mund,  das ist nach wie vor mein Hei­mat­ort. Es gibt bestimmt schö­ne­re Städ­te, aber hier ist mein zu Hau­se. Ich bin gelern­te Schau­wer­be­ge­stal­te­rin, habe eini­ge Jah­re bis zur Geburt des ers­ten Kin­des in dem Beruf gear­bei­tet und war dann Voll­blut­ma­ma. All die Jah­re habe ich mei­ne Krea­ti­vi­tät im häus­li­chen Bereich aus­ge­lebt, soweit es ging, aber das reich­te mir auf Dau­er nicht. Ich nahm an ver­schie­de­nen Kunst­kur­sen, Semi­na­ren und Work­shops teil. Als die Jungs selbst­stän­dig wur­den und der ers­te von ihnen über ein Stu­di­um nach­dach­te, tat ich es auch. Ich bewarb mich an der FH Dort­mund und stu­dier­te seit 2013 „Objekt- und Raum­de­sign“. 2010 grün­de­te ich das Lab­le „Ori­gi­nal Gun­du­la“ und nahm 2012 an dem Trau­er­se­mi­nar:  „Kei­ne Angst vor frem­den Trä­nen“ bei Chris Paul, Trau­er­be­glei­te­rin und Vor­sit­zen­de des  Trau­er­ver­eins Deutsch­land e.V teil. Das Stu­di­um schloss ich im März 2017 ab. Das The­ma mei­ner Bache­lor­ar­beit lau­te­te: Erin­ne­rungs­stü­cke, der Stoff in dem Emo­tio­nen ste­cken.

  1. Für wen ist die Glo­ria & Apol­lo Erinnerungs­schneiderei inter­es­sant?

Gro­ßes Inter­es­se haben Men­schen, die sich gera­de in einer emo­tio­na­len Abschieds­pha­se befin­den, die durch räum­li­che oder zeit­li­che Tren­nung her­vor­ge­ru­fen wird, oder im schlimms­ten Fall für immer. Da ver­misst der Opa und die Enke­lin die ver­stor­be­ne Oma, der Vater sei­ne im Aus­land leben­de Toch­ter, die jun­ge Ehe­frau ihren Mann, der wochen­lang auf Mon­ta­ge arbei­tet oder die klei­ne Marie ihre Mama und ihren Papa, weil sie allei­ne im Kran­ken­haus lie­gen muss. Es gibt unend­lich vie­le Ein­satz­mög­lich­kei­ten für Erin­ne­rungs­stü­cke, sie sind auch immer wie­der schön als beson­de­res Geschenk.

  1. Was kann die Glo­ria & Apol­lo Erinnerungs­schneiderei

Die in der Schnei­de­rei her­ge­stell­ten Erin­ne­rungs­stü­cke über­brü­cken die Distanz zu den­je­ni­gen, die wir ver­mis­sen. Die durch sie her­vor­ge­ru­fe­nen posi­ti­ven Rück­bli­cke ver­än­dern die eige­ne Situa­ti­on, sie erwe­cken Bil­der wie­der zum Leben und kön­nen enor­me Kräf­te frei­set­zen, weil sie vol­ler bio­gra­phi­scher Ener­gie und Emo­tio­nen ste­cken.

  1. Wel­che bedeu­ten haben die Glo­ria & Apol­lo Erin­ne­rungs­stü­cke kon­kret?

Erin­ne­rungs­stü­cke bie­ten sowohl Trost als auch Ori­en­tie­rung, man kann sie über­all mit hin­neh­men und sich so an jedem Ort und zu jeder Zeit erin­nern. Sie sind Ein­schlaf­hil­fe, Heim­we­h­über­brü­cker, Talis­man, Beglei­ter und im Fall der Schmetter­lingspuppen auch  ein Freund zum Spie­len.

Die­se Erin­ne­rungs­stü­cke geben Halt in schwe­ren Zeit, sie sind greif­bar und spen­den Kraft.

  1. Wie kam ich auf den Namen Glo­ria & Apol­lo?

Die Namen „Glo­ria“ und „Apol­lo“ haben bei­de etwa mit Schmet­ter­lin­gen zu tun, es geht um die Trans­for­ma­ti­on. So wie aus einer klei­nen Rau­pe ein Schmet­ter­ling wird, so wird aus einem Sta­pel Klei­dung ein Erin­ne­rungs­stück. Aber die gan­ze Geschich­te wer­de ich in mei­nem 2. Blog­bei­trag berich­ten.

  1. Wie bekom­me ich ein Erin­ne­rungs­stück?

Ganz ein­fach! Über­legt euch, wel­che Tei­le ihr ver­ar­bei­tet haben wollt. Am bes­ten natür­lich die, mit denen vie­le Erin­ne­run­gen ver­knüpft sind. Beson­ders schön ist es, wenn man noch ein Foto besitz,  auf dem man die Per­son mit dem Klei­dungs­stück erkennt, muss aber nicht sein. Anschlie­ßend nehmt ihr Kon­takt mit mir auf, ver­pa­cken und schickt mir die Sachen zu, oder kommt ein­fach per­sön­lich bei mir vor­bei.

Viel mit Zau­be­rei hat­te das nun nicht zu tun, gebe ich zu, aber ich hof­fe, die  kur­zen Infor­ma­tio­nen waren erst ein­mal aus­rei­chend. Zu jedem der 7 Punk­te wer­de ich im Lau­fe der Zeit einen eige­nen Blog­bei­trag schrei­ben. Denn es gibt eine Men­ge über das gro­ße The­ma Erin­ne­run­gen zu berich­ten. Es fas­zi­niert und fes­selt mich enorm und viel­leicht dem­nächst auch den ein oder ande­ren von euch.

 

Das Mot­to mei­ner Erinnerungs­schneiderei lau­tet:

Ein Teil von dir, bleibt bei mir!

So soll es sein, in die­sem Sin­ne!

Mein ers­ter Blog­ein­trag

Aller Anfang ist schwer.… schwe­rer, als ich gedacht habe!

Aber bekannt­lich, laut Her­mann Hes­se, wohnt auch jedem Anfang ein Zau­ber inne, den ich gera­de suche, um ihn, für euch,  aus dem Hut zu zau­bern.  Mal schau­en, ob es mir gelingt, ich wer­de mir Mühe geben, ver­spro­chen!

Es gibt ganz viel, was ich euch über Glo­ria & Apol­lo erzäh­len möch­te, aber die Wör­ter in mei­nem Kopf, sie sind alle noch unge­ord­net, durch­ein­an­der, bunt gemischt.Da muss Struk­tur rein!  Ich über­le­ge, wel­che Fra­gen ihr mir stel­len wür­det, wenn ihr das ers­te Mal von  Glo­ria & Apol­lo, der Erinnerungs­schneiderei, erfah­ren wür­det.

Sie­ben Fra­gen, die ich wich­tig fin­de, habe ich for­mu­liert und für euch beant­wor­tet.
Die­se möch­te ich euch in mei­nem nächs­ten Blog­ein­trag vor­stel­len!

Bis dahin,

eure Erin­ne­rungs­schnei­de­rin, Gun­du­la Bren­trup