7 Fra­gen an Gun­du­la Bren­trup, die Erin­ne­rungs­schnei­de­rin

  1. Was ist die Glo­ria & Apol­lo Erinnerungs­schneiderei über­haupt?

Die Glo­ria & Apol­lo Erinnerungs­schneiderei ist eine ganz beson­de­re Schnei­de­rei, die Beto­nung liegt auf ERIN­NE­RUNG, nicht zu ver­wech­seln mit der Ände­rungs­schnei­de­rei! In mei­ner Erinnerungs­schneiderei ver­ar­bei­te ich getra­ge­ne Klei­dungs­stü­cke von Lieb­lings­men­schen, gebe ihnen eine ande­re Form und somit eine neue Auf­ga­be. Der klei­ne, oder auch grö­ße­re Sta­pel Klei­dung, erfährt eine Trans­for­ma­ti­on. Er wird lie­be­voll von Hand in einen ande­ren Gegen­stand ver­wan­delt und kann in ein ande­res Leben inte­griert wer­den.  Zum Bei­spiel wird aus dem Lieb­lings­pul­li ein Kis­sen, aus dem Hemd, dem T-Shirt, dem Man­tel, der Hose — selbst aus Kra­wat­ten — ent­steht eine Lebens­de­cke oder eine Schmet­ter­lings­fi­gur, was immer ihr wollt.

  1. Wer steckt hin­ter der Glo­ria & Apol­lo Erinnerungs­schneiderei?

Mein Name ist Gun­du­la Bren­trup, ich bin Bau­jahr 1966, ver­hei­ra­tet und habe 3 Söh­ne. Auf­ge­wach­sen bin ich in Dort­mund,  das ist nach wie vor mein Hei­mat­ort. Es gibt bestimmt schö­ne­re Städ­te, aber hier ist mein zu Hau­se. Ich bin gelern­te Schau­wer­be­ge­stal­te­rin, habe eini­ge Jah­re bis zur Geburt des ers­ten Kin­des in dem Beruf gear­bei­tet und war dann Voll­blut­ma­ma. All die Jah­re habe ich mei­ne Krea­ti­vi­tät im häus­li­chen Bereich aus­ge­lebt, soweit es ging, aber das reich­te mir auf Dau­er nicht. Ich nahm an ver­schie­de­nen Kunst­kur­sen, Semi­na­ren und Work­shops teil. Als die Jungs selbst­stän­dig wur­den und der ers­te von ihnen über ein Stu­di­um nach­dach­te, tat ich es auch. Ich bewarb mich an der FH Dort­mund und stu­dier­te seit 2013 „Objekt- und Raum­de­si­gn“. 2010 grün­de­te ich das Lable „Ori­gi­nal Gun­du­la“ und nahm 2012 an dem Trau­er­se­mi­n­ar:  „Kei­ne Angst vor frem­den Trä­nen“ bei Chris Paul, Trau­er­be­glei­te­rin und Vor­sit­zen­de des  Trau­er­ver­eins Deutsch­land e.V teil. Das Stu­di­um schloss ich im März 2017 ab. Das The­ma mei­ner Bache­l­or­ar­beit lau­te­te: Erin­ne­rungs­stü­cke, der Stoff in dem Emo­tio­nen ste­cken.

  1. Für wen ist die Glo­ria & Apol­lo Erinnerungs­schneiderei inter­es­sant?

Gro­ßes Inter­es­se haben Men­schen, die sich gera­de in einer emo­tio­na­len Abschieds­pha­se befin­den, die durch räum­li­che oder zeit­li­che Tren­nung her­vor­ge­ru­fen wird, oder im schlimms­ten Fall für immer. Da ver­misst der Opa und die Enke­lin die ver­stor­be­ne Oma, der Vater sei­ne im Aus­land leben­de Toch­ter, die jun­ge Ehe­frau ihren Mann, der wochen­lang auf Mon­ta­ge arbei­tet oder die klei­ne Marie ihre Mama und ihren Papa, weil sie allei­ne im Kran­ken­haus lie­gen muss. Es gibt unend­li­ch vie­le Ein­satz­mög­lich­kei­ten für Erin­ne­rungs­stü­cke, sie sind auch immer wie­der schön als beson­de­res Geschenk.

  1. Was kann die Glo­ria & Apol­lo Erinnerungs­schneiderei

Die in der Schnei­de­rei her­ge­stell­ten Erin­ne­rungs­stü­cke über­brü­cken die Dis­tanz zu den­je­ni­gen, die wir ver­mis­sen. Die durch sie her­vor­ge­ru­fe­nen posi­ti­ven Rück­bli­cke ver­än­dern die eige­ne Situa­ti­on, sie erwe­cken Bil­der wie­der zum Leben und kön­nen enor­me Kräf­te frei­set­zen, weil sie vol­ler bio­gra­phi­scher Ener­gie und Emo­tio­nen ste­cken.

  1. Wel­che bedeu­ten haben die Glo­ria & Apol­lo Erin­ne­rungs­stü­cke kon­kret?

Erin­ne­rungs­stü­cke bie­ten sowohl Trost als auch Ori­en­tie­rung, man kann sie über­all mit hin­neh­men und sich so an jedem Ort und zu jeder Zeit erin­nern. Sie sind Ein­schlaf­hil­fe, Heim­we­h­über­brü­ck­er, Talis­man, Beglei­ter und im Fall der Schmetter­lingspuppen auch  ein Freund zum Spie­len.

Die­se Erin­ne­rungs­stü­cke geben Halt in schwe­ren Zeit, sie sind greif­bar und spen­den Kraft.

  1. Wie kam ich auf den Namen Glo­ria & Apol­lo?

Die Namen „Glo­ria“ und „Apol­lo“ haben bei­de etwa mit Schmet­ter­lin­gen zu tun, es geht um die Trans­for­ma­ti­on. So wie aus einer klei­nen Rau­pe ein Schmet­ter­ling wird, so wird aus einem Sta­pel Klei­dung ein Erin­ne­rungs­stück. Aber die gan­ze Geschich­te wer­de ich in mei­nem 2. Blog­bei­trag berich­ten.

  1. Wie bekom­me ich ein Erin­ne­rungs­stück?

Ganz ein­fach! Über­legt euch, wel­che Tei­le ihr ver­ar­bei­tet haben wollt. Am bes­ten natür­li­ch die, mit denen vie­le Erin­ne­run­gen ver­knüpft sind. Beson­ders schön ist es, wenn man noch ein Foto besitz,  auf dem man die Per­son mit dem Klei­dungs­stück erkennt, muss aber nicht sein. Anschlie­ßend nehmt ihr Kon­takt mit mir auf, ver­pa­cken und schickt mir die Sachen zu, oder kommt ein­fach per­sön­li­ch bei mir vor­bei.

Viel mit Zau­be­rei hat­te das nun nicht zu tun, gebe ich zu, aber ich hof­fe, die  kur­zen Infor­ma­tio­nen waren erst ein­mal aus­rei­chend. Zu jedem der 7 Punk­te wer­de ich im Lau­fe der Zeit einen eige­nen Blog­bei­trag schrei­ben. Denn es gibt eine Men­ge über das gro­ße The­ma Erin­ne­run­gen zu berich­ten. Es fas­zi­niert und fes­selt mich enorm und viel­leicht dem­nächst auch den ein oder ande­ren von euch.

 

Das Mot­to mei­ner Erinnerungs­schneiderei lau­tet:

Ein Teil von dir, bleibt bei mir!

So soll es sein, in die­sem Sin­ne!